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Was sind Pilze ?
Pilze werden in der Biologie als chlorophyllfreie, kohlenstoffheterotrophe Organismen mit echten Zellkernen bezeichnet. Sie tragen als Destruenten (Reduzenten) einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des Gleichgewichts in unserem Ökosystem bei. Indem sie tote oder lebende Materie abbauen, dabei ihren Energie- und Nährstoffbedarf decken, und sie schließlich mineralisiert in den Stoffkreislauf zurückführen, wird u.a. die Bodenfruchtbarkeit erhöht. Einige Pilze gehen sogar mit Pflanzen und Tieren eine Symbiose ein. Berühmte Beispiele einer solchen Symbiose sind die Orchideen, die ohne Mykorrhizapartner nicht überleben würden und die Blattschneideameisen im Regenwald, die ihren eigenen Pilz im Ameisenbau züchten um sich von ihm zu ernähren.
Bei der heutigen Klassifikation von Lebewesen werden die Pilze, Pflanzen und Tiere in eigenständige eukaryontische Reiche eingeordnet.
Es scheint sich zu bestätigen, daß es sich bei den Pilzen um eine unabhängige Entwicklungslinie gehandelt hat. Auch die kürzlich gemachte Entdeckung, daß die Chromosomen der meisten Pilze, genau wie die der Dinoflagellaten keine oder nur wenige Histone besitzen untermauert die Ansicht, daß Pilze nicht direkt mit anderen lebenden Eukaryonten verwand sind und somit ihre Einordnung in ein eigenes Reich gerechtfertigt ist (Biologie der Pflanzen von P. H. Raven, R.F. Evert und H. Curtis, 1988).
Die Zellwände der Pilze besitzen eine Matrix aus Chitin, demselben Material, welches auch in fast allen Gliederfüßlern als Gerüstsubstanz vorkommt. Ihre Entwicklungszyklen bestehen stets aus geschlechtlichen und ungeschlechtlichen Phasen. Was wir gemeinhin als Pilz bezeichnen ist das Fortpflanzungsorgan des Pilzes, nichts anderes als ein Geflecht dicht nebeneinander liegender Pilzfäden die man Hyphen nennt. Viele Hyphen bilden ein Mycel was sich dann immer mehr ausbreitet. Angeblich kann eine Pilzkolonie innerhalb von 24 Stunden mehr als 1 km neues Mycel bilden.
Pilze pflanzen sich hauptsächlich durch unbewegliche Sporen fort, die sehr klein sind. Diese können leicht vom Luftstrom erfaßt und über weite Strecken transportiert werden, wodurch sich die Pilze immer weiter verbreiten können sofern sie auf ein geeignetes Biotop treffen.
In der Literatur sind ca. 120 000 verschiedene Arten bekannt. Jedes Jahr werden rund 1000 weitere Arten beschreiben, aber man nimmt an, daß es mindestens genau so viele Pilze wie Samenpflanzen, also 250 000 – 300 000 Arten, gibt (Urania Pflanzenreich, Viren, Bakterien, Algen und Pilze, Berlin 1991).

Früchte Gleitzmann